Geschichte & Gegenwart

Pfarrer Paul Schneider (1897 - 1939) lebte als überzeugter Christ in unruhigen Zeiten. Ursprünglich aus dem Rheinland kommend, kam er nach seinem Theologiestudium 1923/24 für einige Monate nach Berlin und wirkte hier bei der Stadtmission, bevor er in seiner Heimat Pfarrer wurde. Schon 1933 wurde er wegen seiner Gegnerschaft zu den Nationalsozialisten und seiner Weigerung deren Befehlen zu gehorchen, erstmals verhaftet. Seit 1937 war er im KZ Buchenwald eingesperrt. Hier wurde er am 18. Juli 1939 ermordet. So steht sein Name als eines christlichen Märtyrers für Aufrichtigkeit, Respekt, Mut und Nächstenliebe.

Das in den 60er Jahren gebaute Haus wurde früher als Gemeindehaus der ev. Luthergemeinde genutzt. In den 90er Jahren befand sich darin das Ökumenische Zentrum für Friedens-Umwelt- und Eine-Welt-Arbeit. Ein Eine-Welt-Laden, eine Beratungsstelle für Kriegsdienstverweigerer, eine Videothek mit Filmen gegen den Krieg und viele Gruppen waren im Haus zu Gast.

2012 konnte im Rahmen des Quartiersmanagements in der Spandauer Neustadt aus Fördermitteln des Programms "Soziale Stadt" der Umbau des sanierungsbedürftigen Hauses begonnen werden und im vorderen Teil (Straßenseite) öffnete nun regelmäßig ein Café.

Dies war nur der erste Schritt bzw. der I. Bauabschnitt. Diesem folgten im Jahr 2015 der II. und III. Bauabschnitt, um den Wandel vom Gemeindehaus zum Nachbarschaftszentrum – zumindest baulich – fortzuführen.